Wege aus der Finsternis ins Licht
Künstlerische Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen

Unter diesem Thema zeigen wir gestalterische Arbeiten von Veronika Bahr in den Seitenräumen unserer Kirche
vom 17. März bis 30. Juni.

Zur Person:
Veronika Bahr, 1950 in Chemnitz geboren, begann nach Abschluss der 10. Klasse eine Lehre zur Handelskauffrau. Während ihrer Lehre unternahm die damals 17-Jährige im August 1968, in der Zeit des „Prager Frühlings“, einen Republikfluchtversuch über die Grenze zur ČSSR, um ihrem zerrütteten Elternhaus zu entkommen und zu den älteren Geschwistern nach Westdeutschland zu gelangen. Dieser missglückte und sie wurde festgenommen. Die Minderjährige war mehrere Wochen im Stasi-Gefängnis auf dem Kaßberg inhaftiert und wurde später verurteilt. Das dadurch Erlebte führte zu schweren Depressionen und Nervenklinikaufenthalten mit erneuten Gewalterfahrungen. Um im gewissen Sinne zu „gesunden“, beschloss sie auf Anraten eines befreundeten Pfarrers einen Berufswechsel, eine Umschulung zur Krankenschwester. Indem sie anderen Menschen helfen konnte, trat ihr eigenes Schicksal in den Hintergrund und es folgte eine Zeit der relativen Beschwerdefreiheit. Sie fand Halt und Erfüllung im Beruf und in der Sorge um das Wohl ihrer drei Kinder. Erst als die erwachsenen Kinder das Zuhause verließen, war Zeit zum Nachdenken und die verdrängten Gedanken und Gefühle suchten sich einen Weg an die Oberfläche. Bei einer ersten notwendigen stationären Behandlung 1997 kam sie mit Gestaltung in Berührung. Dadurch eröffnete sich für sie eine Möglichkeit, ihre innere Sprachlosigkeit zu überwinden. Seither nahm sie an vielen Volkshochschulkursen (u. a. Bildhauer-Workshop bei K. Hunger, grafisches Gestalten bei G. Wittwer, Jahreslehrgang Bildende Kunst) teil. Sie ist Mitglied der Mal- und Zeichenwerkstatt des KJF-Vereins und bildet sich autodidaktisch mittels Fachliteratur weiter. Die Gestaltung ist für sie eine wichtige Kraftquelle auf dem Weg der Traumaverarbeitung – dem Licht entgegen.

Vernissage am Sonntag, den 17. März um 11 Uhr
in den Seitenräumen der St. Nikolaikirche, Michaelstraße 15

 

Öffnungszeiten der Ausstellung:
17. März bis 30. Juni 2019
Mo., Di., Do und Fr 10-15 Uhr
So nach dem Gottesdienst