Suchet der Stadt Bestes
und betet für sie zum HERRN;
denn wenn’s ihr wohlgeht,
so geht’s auch euch wohl.

Jeremia 29,7

 

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

als ich heute etwas länger über den ersten Teil unseres Monatsspruchs für den Oktober nachdachte, traf es mich plötzlich wie ein Blitz: Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN.

Das Beste für die Stadt suchen, in der wir leben. Das sind zwei Worte: Für Chemnitz – Pro Chemnitz. Jeremia, der Prophet von vor 2500 Jahren sagt uns heute, was das wirklich heißt und was nicht. Für Chemnitz: Das heißt eben nicht, auf die Straße zu gehen, um lauthals Hassparolen gegen andere zu schreien und die Stadt, in der wir leben, und die, die für sie Verantwortung tragen, in Verruf zu bringen. Das heißt vielmehr: Betet für sie zum HERRN! Nehmt in eure Fürbitte alle mit hinein, die für die Stadt und alle ihre Bürger Verantwortung tragen. Und bittet Gott, dass wieder Frieden in ihr einziehen und von ihr ausgehen möge. Für Chemnitz: Das heißt eben nicht, sich gegen alle zu stellen, die bei uns Aufnahme gefunden haben oder noch aufgenommen werden möchten. Viele haben Schreckliches hinter sich. Das heißt vielmehr: Mitzuhelfen, dass diese Menschen in unsere Gesellschaft eingegliedert werden und ihnen geholfen wird, sich bei uns, auch mit unserer Sprache und unseren Gesetzen, einzuleben. Und schließlich heißt Für Chemnitz nicht: Braunes Gedankengut früherer Jahre wieder gutzuheißen, und Arbeitsplätze, wie z. B. Gaststätten von Juden, Persern, Türken oder von wem auch immer zu zerstören, wie das schon einmal bei uns geschehen ist. Das heißt vielmehr: Mitzuhelfen, dass die Stadt, in der wir leben, eine lebens- und liebenswerte Stadt für alle bleibt und wieder wird. – Und genau hier liegt die Aufgabe, die Gott uns Christen in Chemnitz für unsere Stadt gegeben hat:

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn ihr’s wohlgeht, dann geht’s auch euch wohl. Das sollten wir nie vergessen.

Bleiben Sie behütet und bleiben Sie gesund! Mit diesem herzlichen Wunsch grüßt Sie vielmals Ihr Manfred Rentzsch, Pfarrer i. R.