Liebe Gemeindeglieder,

vor 50 Jahren wurde die Fertigstellung des Fernsehturms im Osten Berlins als großes Bauwerk des atheistischen Sozialismus gefeiert. Seitdem zeigt sich bei entsprechender Sonneneinstrahlung an der Kugel des Turms ein Kreuz. Der DDR-Staatsführung gefiel das überhaupt nicht. Aber alle Bemühungen, das Kreuz zu beseitigen, scheiterten. Es blieb – und ist bis heute zu sehen. Die DDR hingegen ist seit 30 Jahren Vergangen-heit.

Wie schön, dass es dieses Kreuz auf einem technischen Gebäude gibt! So wenig die Erbauer mit diesem Kreuz gerechnet haben, so wenig rechnet diese Welt in der Regel mit Gott.

Aber Gott zeigt sich überraschend, gern auch da, wo wir es gar nicht für möglich halten. Mose erkannte ihn im Feuer im Dornbusch. Uns weisen die Reflexionen des Sonnenlichtes am Berliner Fernsehturm auf das Kreuz Christi hin. Gott schenkt uns Zeichen seiner Nähe. Er will mit uns in Verbindung bleiben.

Ich wünsche uns den offenen Blick und Zeiten der Ruhe und des Innehaltens, damit wir die Zeichen der Nähe Gottes auch erkennen.

Seien Sie herzlich gegrüßt,
auch im Namen der Kirchenvorsteher und Mitarbeiter,
Ihr Johannes Dziubek, Pfarrer