Lasst uns aufeinander achthaben
und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.
Hebräer 10, 24

Mentoring vs. Monitoring

Wenn Ihnen die beiden Begriffe nichts sagen: Kein Problem. Mir geht es oft ähnlich, wenn ich mir einen Monatsspruch für den neuen Gemeindebrief anschaue. Der erste Blick darauf ist oft fragend oder nichtssagend. Es lohnt sich genauer hinzuschauen. Auch bei diesen englischen Begriffen entdecken wir, dass wir mit dem Wortstamm vielleicht schon mehr anfangen können. Mentor ist in der griechischen Mythologie ein freundschaft-licher und erfahrener Berater gewesen. Monitor hingegen ist die lateinische Bezeichnung für „Aufseher“.

In Bezug auf den Spruch für den Monat Oktober stellt sich mir die Frage: Was betreiben wir als christliche Gemeinschaft – Mentoring oder doch eher Monitoring?

Beim Monitoring werden Vorgänge überwacht. Es kommt nicht auf die Person an. Das Verhalten wird untersucht. Ist es richtig oder falsch, entspricht es der Norm oder weicht es von ihr ab? Anhand des Ergebnisses wird dann eingeschätzt, ob das Verhalten in den vorgegebenen Rahmen passt. Beim Mentoring geht es um Personalentwicklung. Eine erfahrene Person gibt ihre Erfahrungen und ihr Wissen an eine weniger erfahrene Person weiter. Beide stehen ohne Hierarchie in Beziehung zueinander und gehen Entwicklungsschritte gemeinsam.

Zurück zu meiner Frage: Es ist sicher keine große Überraschung, wenn ich es lieber sehen würde, wir wären einander Mentoren – freundschaftliche Berater auf Augenhöhe. Jede und Jeder gibt das weiter, was sie und er schon mit Gott hat erfahren dürfen. Gerade auch in den Zeiten, die sich ganz Gott-los anfühlten. Gott braucht keine Aufseher, die überwachen, was andere tun. Geschweige denn bewerten, ob das richtig oder falsch ist. Wenn das so einfach wäre …

Es geht IHM um die Menschen und darum, dass sie einen Weg zu IHM finden. Deshalb hat ER den „Monitoring-Phärisäern“ einen Mentor gegenübergestellt, der auf allen Ebenen überzeugte und es bis heute tut: Jesus Christus.

Es lohnt sich genauer auf ihn zu schauen und mit ihm in Beziehung zu leben. Mit dieser Blickrichtung wird es auch leichter, was schon den ersten Christen wichtig war: aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Ihr/Euer Mentor Benjamin Philipp