Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.
2. Thessalonicher 3,3

 

Liebe Gemeinde,

ich bin ein Planungsmensch. Struktur und Verlässlichkeit sind mir sehr wichtig. Deshalb hängt in meiner Küche ein Kalender, in dem ich alle Termine festhalte: Wer? Wann? Wo? So gelingt es mir, die Zeit gut einzuteilen. So behalte ich den Überblick. Ich weiß, was ansteht und stelle mich darauf ein. So fühle ich mich gut vorbereitet auf das, was kommt.

Doch mit der Verlässlichkeit ist das gerade so eine Sache. Ein Virus, der unsere Welt bedroht, stellt alles auf den Kopf. Alle Planungen, schon vor Wochen in meinen Kalender geschrieben, sind hinfällig. Ereignisse, auf die ich mich gefreut habe, finden nicht statt: der Geburtstagbesuch bei den Eltern, der schon lange geplante Familienausflug, selbst die Weiterbildung in Moritzburg – alles ist abgesagt.

Gleiches gilt für den Kalender der Kirchgemeinde. Mit viel Mühe haben wir eine Jahresplanung erstellt. Wir haben um Termine gerungen, Verantwortlichkeiten verteilt, Vertretungen organisiert. Doch nun müssen wir uns fragen: Was kann davon überhaupt stattfinden? Wann werden die Einschränkungen aufgehoben sein? Wann werden wir ohne Sorgen vor Ansteckung wieder unsere Gottesdienste feiern und uns in den Gemeindekreisen begegnen können? Wir kennen die Antwort nicht und sind herausgefordert, diese Ungewissheit auszuhalten. So haben wir diesen Gemeindebrief erstellt und lassen Sie an unserer Planung teilhaben, wohl wissend, dass wir nichts wissen. Nein, wir können uns momentan nicht darauf verlassen, dass morgen die Krise überwunden ist und dann alles wieder nach Plan läuft. Doch worauf können wir uns verlassen?

Trotz allem geht die Sonne jeden Morgen auf, ist es nach dunklen Wintertagen Frühling geworden, grünt und blüht die Natur. Trotz allem – Gott ist da! Er verspricht uns seine Treue. Er hält uns in Situationen, in denen wir den Boden unter den Füßen verlieren. Er bleibt verlässlich, wenn wir in eine ungewisse Zukunft blicken. Daran halten wir fest, auch wenn wir gerade die Welt nicht verstehen.

Im Namen aller MitarbeiterInnen und KirchvorsteherInnen unserer Gemeinde grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen Zuversicht und Gottes spürbaren Beistand in diesen herausfordernden Tagen.

Susann Hlady