Heute schon geatmet?

164_3201_rgb_0Ja, diese Frage ist ernst gemeint! Ich meine damit das ganz bewusste Atmen. Haben Sie sich heute schon einen kurzen Moment Zeit genommen, die Augen zu schließen und ganz bewusst ein- und auszuatmen? Das hilft, um nicht „gelebt zu werden“.

Einen solchen Moment der Stille erlebe ich als Kraftquelle zwischen Telefonaten, zähen Besprechungen und inhaltlicher Arbeit, zwischen Wäschebergen, Küche putzen und dem nächsten Termin für die Kinder, zwischen den einzelnen Punkten der scheinbar nicht enden wollenden Aufgabenliste. Ja, selbst im Urlaub: zwischen der einen Aktion und der nächsten. Wenn ich zwischendurch für einen Moment innehalte und meinem Atem bewusst wahrnehme, dann kreise ich nicht nur um mich selbst, sondern verbinde mich mit dem, der mir das Leben eingehaucht.

In solch einem Moment des bewussten Atmens, kann ich gewahr werden, dass nicht alles von meiner Kraft und meinem menschlichen Tun abhängt, sondern das noch eine ganz andere Macht mein Dasein durchdringt: Gottes sanfte Gegenwart. Gott schenkt uns Atem, damit wir leben vom ersten bis zum letzten Atemzug. Denn um genau zu sein, ist das Atmen selbst ein ganz passiver Vorgang. Probieren Sie es aus: Atmen Sie einmal bewusst tief aus und warten Sie, bis von ganz allein – ohne Ihr zutun – der Atem in sie einströmt. Ist das nicht wunderbar? Vom Lebenshauch Gottes erfüllt, in der Sprache unserer Tradition gesprochen, dem „Heiligen Geist“, kann ich mich wieder dem zuwenden, was hier und heute getan sein will.

So wünsche ich Ihnen gesegnete Atempausen, wo auch immer Sie diesen Sommer verbringen, sei es in der Ferne oder zu Hause,

Ihre Pfarrerin Astrid Kühme