Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott.
Psalm 42,3 – Monatsspruch Juli

Durst – kennen wir alle. Aber was ist das genau? Ein Blick in eine bekannte Online-Enzyklopädie verrät folgendes: Durst ist ein Signal des gesunden Körpers, das bei einem Flüssigkeitsdefizit oder bei einem Salzüberschuss verspürt wird. Es meldet damit ein existentielles Bedürfnis. Ihm folgt im Regelfall die Handlungsbereitschaft, zu trinken, um damit das Bedürfnis zu stillen. Mit entsprechender Flüssigkeitszufuhr wird eine Austrocknung verhindert. Soweit die eher trockene Definition, die doch vieles auf den Punkt bringt.

Signal für ein Defizit – existentielles Bedürfnis – Austrocknung verhindern. Wir wissen, dass genügend Flüssigkeitszufuhr lebenswichtig ist. Deshalb ist es das A und O regelmäßig ausreichend zu trinken. Wenn wir das nicht tun, meldet sich das Durstgefühl und zeigt uns, dass wir etwas vergessen haben. Gleichzeitig sind wir gewarnt. Sollten wir nichts dagegen tun, kann das üble Folgen haben bis hin zum Tod durch Verdursten. Soweit soll es nicht kommen, deshalb stillen wir unseren Durst bevor es zu spät ist.

Da Körper, Geist und Seele nicht nur nah beieinander liegen, sondern eine Einheit bilden, kann neben dem physischen auch der psychische Teil von uns Durst empfinden. Während der Körper Wasser braucht, hat die Seele andere existentielle Bedürfnisse. Sie sucht nach Sinn, Annahme, Wertschätzung und anderem mehr – alles in allem: Liebe.

In Psalm 42 lesen wir von der Sehnsucht, dem Bedürfnis nach Gott. Da durchlebt einer eine wahre Durststrecke. Uns begegnet dort ein ausgelachter, angefeindeter, ausgetrockneter Mensch. Und ihn dürstet. Nicht nach Genugtuung, nach Rache oder einer kleinen Erfrischung. Ihn dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott. Nur IHM wird zugetraut diesen Durst der Seele zu löschen.

Ich glaube, auch diesen Durst kennen wir alle. Und wir tun gut daran, dieses Signal, diese Warnung ernst zu nehmen und das Bedürfnis zu stillen. Wie gut ist es da, dass wir an der Quelle sitzen. An der Seite dessen, der von sich selbst sagt: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offb. 21,6)

Eine erfrischende Sommerzeit wünscht Ihr / Euer Pfarrer Benjamin Philipp