Liebe Gemeinde,

was Licht bewirken kann, spüre ich im Sommer ganz besonders: Im Garten und auf dem Balkon lockt es täglich neue Blüten hervor, auf den Feldern reift das Korn und an den Bäumen wachsen Früchte. Wie kraftvoll ist doch das Licht! Es lässt nicht nur Knospen aufblühen, sondern oft auch uns Menschen, es schenkt neue Lebenskräfte und Heiterkeit.

„Ihr seid das Licht der Welt“, hat Jesus in der Bergpredigt zu seinen Jüngern gesagt. Ihr seid es bereits, hier und heute, nicht ihr sollt es sein – wenn ihr einst vollkommen seid. Können Sie sich das vorstellen: wir, Sie und ich, das Licht der Welt, strahlend, hell, kraftvoll und leuchtend? Durch unser Lachen wird die Welt heller, und wenn wir tun, was wir können, blühen andere Menschen auf, sie wachsen innerlich und entfalten Gaben. Ehrlich gesagt, ich zögere etwas und denke: Ich doch nicht, ich bin höchstens eine kleine Leuchte, so vieles ist gar nicht hell in meinem Leben. Was kann ich schon ausrichten? Genau gegen diese Einwände richten sich die Worte, die Nelson Mandela zugeschrieben werden und ganz im Geiste der Bergpredigt verfasst sind:

„Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns: Wer bin ich, um brillant, großartig, talentiert und sagenhaft zu sein? Aber wer bist du eigentlich, um all das nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes. Dein zögerliches Spiel dient der Welt nicht. Es wird nichts erhellt dadurch, dass du dich kleiner machst. Wir wurden geboren, den Glanz Gottes, der in uns ist, offenkundig zu machen. Er ist nicht nur in Einzelnen, sondern in jedem von uns. Wenn wir unser Licht leuchten lassen, geben wir damit anderen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sein werden, befreit unsere Gegenwart auch andere.“

Ihr seid das Licht der Welt, der Glanz Gottes ist in euch. Fassen wir den Mut zu leuchten und zu glänzen! Mögen wir erfahren: Durch uns wird die Welt etwas heller, und Menschen blühen auf, sie wachsen und entfalten sich.

„So lebt als Kinder des Lichts; denn die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Epheser 5,8–9)

So wünsche ich Ihnen lichtvolle Momente in dieser schönen Sommerzeit
Ihre/Eure Pfarrerin Astrid Kühme