Wir blicken auf sechs bewegte Jahre zurück, in denen wir uns vielen Herausforderungen zu stellen hatten. Unsere Zusammenarbeit war geprägt von gegenseitigem Respekt und sachorientiertem Handeln. So war es uns möglich, die schwierigen Themen offen und vertrauensvoll zu diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze zu finden. Im Folgenden ein kurzer Abriss unserer Arbeit:

Strukturreform

Einen überaus großen Teil unserer Zeit und Kraft beanspruchte die Strukturreform der Sächsischen Landeskirche. Seit 2017 beschäftigten wir uns intensiv mit den Möglichkeiten für unsere Gemeinde. Wir nahmen an zahlreichen Sitzungen teil und führten viele Gespräche. Am Ende dieses langen Weges stand die Einigung zur Bildung der Region West, die seit Januar 2020 durch ein Schwesterkirchverhältnis, bestehend aus 6 Kirchgemeinden, rechtskräftig ist. In Zukunft wird es darauf ankommen, dass der vertragliche Zusammenschluss mit Leben erfüllt wird.

Gemeindearbeit

Susann Hlady übernahm 2015 die Gemeindepädagogik. Seitdem ist die Junge Gemeinde zu einer stabilen Gruppe gewachsen. Die beiden altersgetrennten Treffen der Christenlehre wurden im vergangenen Jahr zu einem Schülertreff zusammengelegt, da Frau Hlady wegen Krankheit unserer Pfarrerin auch die Konfirmandenarbeit übernahm. Diese wird seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden gestaltet. Für alle Kinder- und Jugendkreise wurden jährlich Rüstzeiten durchgeführt.

Mit besonderem Stolz schauen wir auf vierzehn Jahre Besuchsdienstkreis zurück. Durch Ehrenamtliche konnten Gemeindeglieder an ihrem Geburtstag mit einem Besuch und dem Gruß aus der Gemeinde erfreut werden.

Der Weltgebetstag der Frauen wurde in jedem Jahr liebevoll und aufwendig von der Vorbereitungsgruppe gestaltet. Wir denken darüber nach, ihn zukünftig mit einer unserer neuen Schwestern zu feiern. Zum jährlichen Gemeindeausflug am Pfingstmontag machte sich jedes Jahr ein gut besetzter Bus aus unserer Gemeinde auf den Weg, um gemeinsam verschiedene lohnenswerte Ziele anzusteuern. In jedem Jahr feierten wir vor Ferienbeginn unser Gemeindefest in guter Gemeinschaft.

Als ab 2015 viele Migranten zuzogen, entstand das Projekt 42-Open. Wöchentlich öffneten wir unsere Räume an einem Nachmittag, um miteinander in Kontakt zu kommen. Daneben wurden auch Sprachkurse in unseren Räumen angeboten. Nach dem Wegzug der Migranten ging das Projekt in Kappitol für Kinder über, das in den vergangenen zwei Jahren Kinderfilmvorführungen in unseren Räumen bot. Vom Kappitol-Team wurden auch für Erwachsene regelmäßig Filmabende durchgeführt.

Kirchenmusik

Die Kantorei gestaltete zahlreiche Festgottesdienste musikalisch aus. Etab-liert hat sich die Zusammenarbeit mit dem Chor der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde beim jährlichen gemeinsamen Konzert und zum Gottesdienst am Sonntag Kantate – eine für beide Chöre bereichernde Erfahrung.

Der Gospelchor wuchs und sorgte bei jeder Veranstaltung zu Nacht der Kirchen für viele ZuhörerInnen in unserer St. Nikolaikirche. Im Spatzenchor konnten die Jüngsten erste musikalische Erfahrungen sammeln und auch zu den Familiengottesdiensten präsentieren. Die Kurrende erfreute zu unseren Gemeindefesten mit der Aufführung eines Musicals und bereicherte ebenfalls unsere Gottesdienste musikalisch.

Der Posaunenchor unter der Leitung von Manfred Hufnagl ist in unserer Gemeinde und auch auf ephoraler Ebene sehr aktiv und bereichert mit seinen musikalischen Einsätzen unser Gemeindeleben. In der Legislatur finanzierten wir die Ausbildung mehrerer JungbläserInnen, die mittlerweile im Posaunenchor mitspielen.

Seit 2015 gibt es das Angebot der Kinderorgelführung, welches besonders von Kindergartengruppen gut angenommen wird. Seit 2016 wurden mehrere Singtage zum gemeinschaftlichen Singen von Jung und Alt durchgeführt. Seit 2019 arbeiten wir an dem Aufbau einer Band.

Gottesdienst und Diakonie

In der ersten Hälfte unserer Amtszeit überarbeiteten wir unsere Gottesdienstordnung und erstellten einen Flyer, der den Ablauf unserer Gottesdienste nahe bringt. Das Abendmahl für Kinder beschäftigte uns intensiv; es wurde im Jahr 2018 eingeführt.

In den sechs zurück liegenden Jahren unterstützten wir verschiedene Projekte auf der ganzen Welt. So haben wir z. B. seit 2016 ein Patenkind in Indien und unterstützten diakonische Initiativen u. a. in Chemnitz, Rumänien und Israel. Jedes Jahr kamen etliche Päckchen für Kinder in Tschechien und für unsere neuen Nachbarn zusammen.

Friedhof

Es gab einige Personalwechsel auf unserem St. Nikolaifriedhof. Ludwig Geist ist seit 2015 als Friedhofsmitarbeiter angestellt und Dirk Natzschka arbeitet seit 2017 als Friedhofsverwalter auf unserem Friedhof. Über die Anstellung einer Saisonkraft musste jährlich neu entschieden werden. Seit zwei Jahren übernimmt Eddy Stein diese Tätigkeit.

Im Jahr 2018 hat das Friedhofsbüro einen Internetanschluss erhalten.

Mit Hilfe von Spendengeldern konnte die Restaurierung der Engelskulptur durchgeführt werden, die Enthüllung begingen wir am 2. Juni 2018.

Baumaßnahmen

Große, offensichtliche Arbeiten und kleine Arbeiten im Verborgenen konnten seit 2015 umgesetzt werden.

Mit großer Freude haben wir die Einweihung der St. Thomaskapelle am 26. November 2017 gefeiert. Seitdem besitzen wir einen weiteren schönen, multifunktionalen Raum, der besonders für Trauerfeiern genutzt wird, und die Orgel, die früher im Gemeindesaal in der Chopinstraße stand, erklingt wieder.

Auch der Kirchenraum erhielt mit seinen Nebenräumen einen frischen Anstrich. In der Kirche wurde eine Tonanlage installiert. Der Kindergottes-dienstraum bekam ein neues Fenster und zum Schutz der Orgel wurde vor dem Gebläse eine Tür eingebaut, die Kaltluft abhält. Unauffällig, aber wichtig, da vom Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz gefordert, ist die neue Hebeanlage für das Abwasser in der Kirche.

Auch in der Chopinstraße wurde gebaut und erneuert. 2018 erhielt das Gebäude einen behindertengerechten Zugang zu den Gemeinderäumen. Der Umbau der Damentoilette zur behindertengerechten Toilette erfolgte 2019. Im gleichen Jahr wurde die Hofeinfahrt gepflastert und 2020 das Treppengeländer erneuert. Seit 2019 besitzt jeder Gemeinderaum einen Rauchmelder. Der Gemeindesaal ist seit 2017 mit Beamer und Lautsprecher ausgestattet. Ein großes, noch nicht abgeschlossenes Vorhaben ist der Einbau neuer Fenster in der Chopinstraße 42. Hinzu kamen mehrere Wasserschäden, die behoben werden mussten. Vor dem Einzug neuer Mieter wurde das Haus Chopinstraße 40 saniert.

Personalfragen

Neben den Friedhofsmitarbeiterstellen wurde auch die Hausmeisterstelle mehrfach neu besetzt. Nachdem Franz Schmidt über einen längeren Zeitraum erkrankte, vertrat ihn Aziz Ahmadi, bis Jörg Schmidtke die befristete Stelle übernahm. Im Moment werden die Außenarbeiten von einem Dienstleister ausgeübt. Ergänzende Arbeiten im Gemeindehaus übernimmt derzeit ehrenamtlich Marcel Weiche.

Wir unterstützten Susann Hlady bei ihrer Weiterbildung zur Gemeindepädagogin, die sie im Juli 2020 mit dem B-Examen abschließen wird. Auch die Weiterbildungen von Pfarrerin Astrid Kühme (z. B. Seelsorge) und Kantorin Juliane Herzog (z. B. Weiterbildung Popularmusik) wurden finanziell mitgetragen. Dirk Natzschka hat in diesem Jahr sehr erfolgreich seine nebenberufliche Gärtnerausbildung abgeschlossen und wird mit der Unterstützung der Kirchgemeinde noch in diesem Jahr die Meisterausbildung beginnen. In regelmäßigen Abständen fanden Mitarbeitergespräche statt.

Rückblickend sind wir dankbar über das Erreichte. Vieles war nur durch die tatkräftige Mitwirkung von Ehrenamtlichen möglich. Dafür sagen wir herzlich Dankeschön an alle, die die Gemeindearbeit in den vergangenen Jahren durch Einsatz von Zeit, Kraft, guten Ideen, Gaben und Begabungen und ihr Gebet mitgetragen haben. Sehr dankbar sind wir auch unserem stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Werner Kühn, der seit dem krankheitsbedingten Ausfall unserer Pfarrerin Astrid Kühme die administrativen Aufgaben übernommen hat.

 

Ihre Mitglieder des Kirchenvorstands Werner Kühn (stellvertretender Vorsitzender), Catrin Schneider, Ronny Hlady, Sigrid Schmidtke, Volker Schriever, Ricarda Köllner, Juliane Herzog