Liebe Gemeindeglieder,

die Corona-Pandemie hat vielen von uns einen Strich durch die Urlaubsplanung gemacht. Manche Urlaubsparadiese sind in diesem Jahr unerreichbar. Auch der Urlaub an der Ost- oder Nordsee wird diesmal etwas anders sein als sonst. Doch es bleiben genügend Möglichkeiten zum Entspannen und Genießen.

Am Strand kannst du die Schuhe von den Füßen streifen und spürst den Sand zwischen den Zehen. Du fühlst dich frei und eins mit der Natur. Der frische Meeresduft, die Weite des Horizonts, das Rauschen der Brandung, eine leise, angenehm kühle Brise. Körper und Seele atmen auf. Zeit ist in Hülle und Fülle vorhanden. Du teilst sie ein zwischen ein paar wenigen Tätigkeiten: du tummelst dich im Wasser, suchst Muscheln und Bernstein, spielst Beach-Volleyball oder präsentierst dich auf der Decke liegend der Sonne, wobei du schlafen, lesen oder ein Kreuzworträtsel lösen kannst.

Kinder (und Eltern) bauen Sandburgen, wunderschön und vergänglich. Aber auch hohe Wälle werden errichtet, aus dem Bedürfnis heraus, auch am Strand, der ja eigentlich allen gehört, einen Bereich für sich zu haben. Ein wenig Alltag drängt so herein in die unbeschwerte Urlaubswelt.

Ansonsten kannst du unbeschwert und froh sein, weil du einmal nicht „funktionieren“ musst. Du bist als Arbeitnehmer nicht verfügbar. Auch den Antreibern in der eigenen Seele („Das musst du noch! Und jenes ist auch noch nicht getan!“) kannst du entrinnen. Es ist Zeit, die Gedanken auf die Reise zu schicken, Zeit auch für so manches Gebet.

Auch im Urlaub haben wir es mit dem Gott zu tun, dessen Gedanken zahlreicher sind als die Sandkörner am Strand (Psalm 139,17–18), den wir oft nicht verstehen und der doch voller Liebe bei uns ist und uns so viel Gutes gönnt. Wie viel Gutes wir im Urlaub erlebt und empfangen haben, das fällt uns hoffentlich dann wieder ein, wenn wir nach der Rückkehr zu Hause auspacken und der Sand aus den Seiten unserer Urlaubslektüre rieselt, aus Kleidungsstücken und Sandalen.

Wo auch immer Sie Ihren Urlaub verbringen – ob am Strand oder in den Bergen, in der Stadt oder auf dem Land, ob weit weg oder zuhause – ich wünsche Ihnen eine Zeit, die Sie an Leib und Seele stärkt und an die Sie dankbar zurückdenken werden.

Herzlich grüßt Sie, auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchenvorsteher,
Ihr Johannes Dziubek, Pfarrer