Zürnt ihr, so sündigt nicht;
lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.
Epheser 4,26 – Monatsspruch Februar 2022

 

Vorsicht – EXPLOSIV!

Wenn eine Flasche mit kohlensäurehaltigem Inhalt kräftig durchgeschüttelt wird, kann es unangenehm werden. Der innere „Geist“ wird dann so richtig aufgebracht. Der Druck ist riesig und will entweichen. Wird jetzt der Deckel zu schnell geöffnet, sollten wir in Deckung gehen. Es zischt und spritzt. Wir werden nass, sind dann verklebt oder voller Flecken – abhängig vom Flascheninhalt.

Im übertragenen Sinne kann es uns ähnlich gehen. Durchgeschüttelt und aufgebracht entsteht in uns ein Druck, der raus muss. Geben wir ihm zu schnell nach, kann er großen Schaden anrichten.

Zorn ist emotionaler Druck. Zorn kennt wie seine kleineren Geschwister Wut und Ärger keinen Plural. Es braucht auch keine Vielzahl, denn diese Gefühle können uns schon allein voll und ganz erfassen. Und sie gehören zum Leben dazu, sind einfach nur menschlich. Deshalb werden wir durch das Wort aus dem Epheserbrief auch gar nicht erst dazu aufgerufen, den Zorn zu unterlassen. Keine Chance. Diese Mahnung will stattdessen eine Handlungsempfehlung geben, die uns und unsere Mitmenschen vor negativen Folgen schützt.

Mit einer Flasche, die unter Druck steht, wissen wir umzugehen. Wir öffnen den Deckel vorsichtig und langsam. So kann Kohlensäure entweichen. Der Druck lässt nach bis er ganz weg ist. Erst jetzt können wir wieder ungefährdet trinken.

Wie gehen wir mit unserem Zorn um? Wissen wir ihn gezielt rauszulassen, ohne Schaden an anderen und uns selbst anzurichten? Der Vers für den Monat Februar möchte mich zum Nachdenken anregen: Überlege, wie du mit solchen starken Gefühlen umgehst. Suche dir Möglichkeiten, deinen emotionalen Druck loszuwerden. Schiebe ihn nicht auf die lange Bank. Und vor allem: Mache nichts und niemanden kaputt.

In der Regel sind zwischenmenschliche Probleme die Ursache für Zorn. Trotzdem oder gerade deshalb sollten wir Gott um seinen Beistand und seine Hilfe bitten. Damit wir vergeben können, wie ER uns vergibt. Und die Sonne wieder aufgehen kann – ohne die Last und den Druck von gestern.

Zum Wohle,
Ihr / Euer Pfarrer Benjamin Philipp