Zum 150. Geburtstag von Willibald Pöge

Zu den historisch bedeutsamen, aber nicht mehr erhaltenen Grabstellen gehört das Erbbegräbnis der Familie Pöge, von dem nur noch die Plastik des „Guten Hirten“ in der Grünanlage am Hauptweg vorhanden ist.

Friedrich Elias Willibald Pöge (2.12.1869–11.5.1914) erwarb sich nicht nur Verdienste in der Weiterführung des von seinem Vater Hermann Pöge gegründeten elektrotechnischen Unternehmens, sondern wurde vor allem durch seine sportlichen Erfolge bekannt und berühmt.

1889 errang er den Sächsischen Meistertitel im Hochradfahren und ab 1902 beteiligte er sich an großen Autorennen.

Zu seinen zahlreichen Erfolgen gehörten seine Siege bei den Rennen in Aix-les-Bains, Ostende und Nieuport, beim internationalen Bahnrennen in Frankfurt/Main, die Doppelerfolge 1906 und 1907 beim Semmering-Rennen, der Pokal des Zaren bei der Kaiser-Nikolaus-Fahrt 1910 in Russland sowie bei zahlreichen anderen Rennen auf bekannten Rennstrecken. Er galt seinerzeit als einer der erfolgreichsten Autorennfahrer in Deutsch-land. Seine Erfahrungen bei den Autorennen gab er in Publikationen und Automobilklubs weiter.

Willibald Pöge gehörte zu den Persönlichkeiten unserer Stadt, die durch ihr Wirken und ihre Erfolge Chemnitz international bekanntmachten. Das einst sicher sehr imposante Erbbegräbnis der Familie Pöge ist heute nur noch ein Rasenplatz.

Friedhofsbesucher sind immer wieder erstaunt, wenn sie erfahren, welche gesellschaftliche Bedeutung hier Bestattete einst hatten. Weitere Informationen erhalten Sie im 20. Beiheft des Chemnitzer Rolands.

Ursula Kutscha