Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,
so wie es deiner Seele wohlergeht.

3. Johannes 2

Gesundheit – mehr als nur ein Wort. Ein Wunsch, der zu unterschiedlichsten Gelegenheiten dem Gegenüber zugesprochen wird. Ob beim Niesen, zum Geburtstag oder bei einer schon eingetretenen Erkrankung – Gesundheit steht ganz oben auf der Wünsche-Liste. Seit Corona ist es fast alltäglich, ja selbstverständlich geworden. Am Ende eines Schreibens oder Gespräches liest bzw. hört man oft: „Bleiben Sie gesund!“ Dabei steht zumeist das körperliche Wohlergehen im Vordergrund.

Im 3. Johannesbrief wird da noch eins draufgesetzt. Da wünscht einer seinem Freund in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit. Und nimmt Bezug auf den Zustand seiner Seele, der es erfreulicherweise gut geht. Da weiß einer um den anderen. Kennt dessen Inneres, seine Gemütslage. Das ist alles andere als oberflächlich. Und so erhält der Wunsch echte Tiefe.

Doch was weiß ich eigentlich von meinen Mitmenschen, meinen Freunden und Verwandten? Schön, wenn die Frage „Wie geht’s dir?“ noch offen gestellt wird! Oft aber ist es nur ein „Geht’s dir gut?“, wo schon die Hoffnung mitschwingt, dass das Ganze bejaht wird. Bloß keine Details, keine Emotionen und schon gar kein Gejammer – das will doch keiner hören. Ich wünsche, ich übertriebe maßlos und deine/Ihre Realität sähe anders aus. Wenn ja, dann freut mich das sehr. Weiter so. Wenn nein, dann will ich daran arbeiten und dazu einladen, in die Tiefe zu gehen.

Manchmal helfen schon kleine Veränderungen, Details. Zum Beispiel ein Wörtchen, das dem oder der anderen zeigt, da ist echtes Interesse vorhanden. Das ist nicht nur dahergesagt oder dahergefragt.

„Wie geht es dir wirklich?“ Gut, der Gefragte könnte das Gefühl bekommen, man unterstelle ihm Unehrlichkeit. Aber ich denke noch mehr zeigt es: Lass mich Anteil nehmen und verschone mich nicht. Mir ist es alles andere als egal, wie es dir wirklich geht. Du bist mir wichtig. Und dann, so glaube ich, wird jeder gute Wunsch zum Volltreffer. Weil ich weiß, wie es meinem Gegenüber geht und was er oder sie braucht.

Unsere Welt braucht dringend Frieden, v. a. die Menschen in der Ukraine. Deshalb wünsche ich uns, dass der Friede Gottes sich durchsetzt, weil er höher ist als alle menschliche (Un-)Vernunft.

Frieden – mehr als nur ein Wort.

 

Herzlich grüßt euch/Sie Pfarrer Benjamin Philipp.