Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
Kol 1,15

Wir leben in einer Zeit, in der Tablets, Smartphones und per Touchscreen gesteuerte Geräte nicht mehr weg-zudenken sind. Wenn Sie mit den eben genannten Begriffen nichts anfangen können, darf ich Ihnen gratulieren. Ihr Leben funktioniert auch noch ohne ständige Updates und Back-Ups. Bei mir ist das anders. Obwohl mein technisches Know-How beschränkt ist und ich keine Programmiersprache verstehe, kann ich die teils komplizierte und komplexe Technik nutzen. Dank sei den vielen kleinen Bildchen, die mir die Benutzung erleichtern. Diese sogenannten Icons ermöglichen es, durch Anklicken oder Berührung unsichtbare Programme und Dateien zu öffnen. Somit verschafft mir das Icon Zugang zu dem großen Ganzen, das sich dahinter verbirgt.

Im Monatsspruch für April lesen wir, dass Jesus „das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ ist. Im griechischen Text steht für Ebenbild das Wort eikon. Icon kommt von eikon. Jesus ist das Bild, das uns Gott von sich selbst gibt. In Jesus macht sich der Unsichtbare sichtbar. Das heißt auch, Jesus ist kein billiger Abklatsch, keine schlechte Kopie Gottes. Er ist das Icon, das uns den Zugang zu Gott ermöglicht. Durch ihn öffnet sich uns die unsichtbare Welt, das große Ganze.

Im Schöpfungsbericht lesen wir: Gott hat uns Menschen zu seinem Bilde geschaffen. Ja, auch wir sind Ebenbild Gottes. Leider sind wir nicht wie Jesus frei von Sünde. Sie verzerrt das Göttliche in uns, lässt es unscharf werden. Bisweilen soweit, dass ich es nicht mehr schaffe, in meinem Gegenüber den göttlichen Ursprung zu erkennen. Umso wichtiger ist dann der Zugang über Jesus, seine Perspektive, um die in mir ablaufenden Programme, meine Sicht- und Denkweisen zu erneuern. Dafür muss es auch bei mir „klick“ machen, dafür braucht es den Kontakt mit Jesus, die Berührung mit ihm – sonst bleibt er nur ein nettes Bildchen.

Ihr/Euer Pfarrer Benjamin Philipp