Osterlachen

 

Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathia und bittet ihn, sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen. Doch Josef hat tausend Ausflüchte. Zuletzt sagt er: „Ich brauche das Grab für mich und meine Familie.“ Darauf Nikodemus: „Stell dich nicht so an, ist doch nur übers Wochenende!“ (aus: Andere Zeiten 1/2018)

Der Brauch des Osterlachens stammt aus dem Mittelalter, als Priester auf den Kanzeln die Osterfreude der Auferstehung mit lustigen Geschichten und Anekdoten würzten: Über den Tod und den Teufel durfte gelacht werden, sie waren besiegt und hatten keine Macht mehr über die Menschen.

Irgendwer hat diesen Brauch wiederentdeckt. Ich freue mich an der Heiterkeit unseres Glaubens, zu der Ostern anstiftet. Oft geht es doch sehr ernst unter uns zu. Friedrich Nietzsche beklagte einmal: „Wenn die Christen erlöster aussehen würden, könnte ich mich der Sache ja annehmen.“ Der große Philosoph meinte, wer darauf vertraut, dass Christus auferstanden ist, der könnte doch nun wirklich Hoffnung ausstrahlen. Dabei geht es nicht um billigen Optimismus nach dem Motto: „Wird schon wieder“! Nein, manches wird nicht wieder. Es gibt Fehler, Schuld und den Tod als bittere Realität. Aber das Leben selbst ist keine Sackgasse, es ist ein Weg auf Gottes Ewigkeit hin. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, Tod und Teufel, unsere Trübsal und unsere Trauer sind überwindbar. Das ist die Botschaft, die alles übersteigt, was wir denken, fühlen und nachvollziehen können.

Darum darf man besonders an Ostern Witze machen. Mit ihnen überschreiten wir Grenzen, befreien uns von enger Moral und biederer Frömmigkeit und praktizieren den Aufstand des Geistes über alle Norm. Darum zum Schluss noch einen:

Ein älteres Ehepaar kommt in den Himmel und aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier ist alles hell, leicht und bequem. Hier dürfen sie nach Herzenslust essen, trinken, schlafen und entspannen. Die Frau ist hellauf begeistert, der Mann auch und raunt ihr zu: Siehst du, das hätten wir alles viel eher haben können, hättest du nicht täglich auf deinem Gesundheitsprogramm bestanden.

Frohe Ostern wünscht Ihnen Pfarrerin Astrid Kühme